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Es geht doch nichts über gute Freunde …

Es geht doch nichts über gute Freunde …

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Kam heute von der Hunderunde nach Hause und fand ein Paket mit Geburtstagsgeschenken von meiner guten Freundin Michelle. Für Michelle ist das Schenken Hobby (und sie kann das richtig gut …)

Ich habe keine Ahnung, wo sie das hier gefunden hat – aber es ist ein Orangenvogel (falls Ihr das noch nicht erraten hattet). Falls Ihr noch nie von „Orange Bird“ gehört habt … er ist der Held eines gleichnamigen Lehrcomics (ja, so etwas gibt es – oder gab es), den ich vor langer langer Zeit für Disney geschrieben habe. (Also … 1976 oder so …)

Der Comic hieß „Orange Bird und das Abenteuer Essen“ (hergestellt von Disneys Bildungsabteilung – keine Ahnung, ob es die noch gibt) und er sollte kleine Kinder mittels Gehirnwäsche dazu bringen, Obst essen zu wollen.

Wie Ihr seht, ist Orange Bird (nein, der Name stammt nicht von mir, sondern von Disney) ein Vogel, der eigentlich eine Orange ist, mit Blättern als Flügel. Er war das Produkt einer Werbepartnerschaft zwischen Disney und der Florida Citrus Commission. Da er nun einmal eine Orange war (und die Bildungsabteilung kleine Kinder nicht mit einem Buch verwirren wollte, das zu viele Wörter enthielt <hust>), teilte man mir mit, dass Orange Bird nicht sprechen könne – er kommunizierte mit „Sprech“blasen (wir reden hier von einem Comic, aye?), die Bilder enthielten.

Zum Glück hatte er zwei Kumpel namens Tukan und (glaube ich) Ara, die sprechen konnten und für OB dolmetschten.

Der Vorteil war, dass Disney für Orange Bird pro Seite doppelt so viel bezahlte wie zum Beispiel für Donald Duck. Der Nachteil war, dass die Vögel sich oder andere nicht mit Obst bewerfen durften, was meine Möglichkeiten, Konflikte auszudrücken, ziemlich einschränkte.

Nun ja. Jedenfalls, DANKE, MICHELLE!!!

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Und zur Feier der Freiheit, eine Geschichte mit Worten zu schreiben, ist hier ein Minnie-Schnipselchen, um Euch die Zeit zu verkürzen. Wer von Euch den Kurzroman „Minervas Geheimnis“ gelesen hat, dem sind die Brüder O‘Higgins bereits vertraut, ein Brüderpaar, das Minnie gelegentlich anheuert, wenn sie Hilfe bei Dingen braucht, „die möglicherweise nicht komplett legal sind“.

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Auszug aus OUTLANDER Buch 10, © 2026 Diana Gabaldon & Barbara Schnell

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Die O‘Higginses waren geübt darin, nicht da zu sein, wo sie sein sollten – jedoch genau so geübt darin, da zu sein, wo sie nicht sein sollten, was eines ihrer nützlichsten Talente war.

Mick O‘Higgins hätte definitiv nicht am Fußende von Minnies Bett sitzen sollen, nicht um – sie blinzelte zu der Reiseuhr auf dem Kaminsims hinüber, die, so dachte sie, halb vier anzeigte. Am verflixten Morgen.

„Verzeihung, Eure Durchlaucht“, sagte er, als er sah, dass sie wach war. „Ich habe einen Kiesel im Schuh.“ Die Vorhänge waren offen, und das diffuse Mondlicht reichte nicht nur aus, um die Uhr zu lesen, sondern auch, um ihr zu zeigen, dass er in der Tat einen Schuh in der Hand hielt, den er jetzt umdrehte und schüttelte. Etwas fiel heraus, machte aber kein Geräusch auf dem Teppich.

„Was habt Ihr herausgefunden?“, fragte sie. Sie setzte sich hin und zog ihre Nachthaube aus.

„Nun, eine ganze Reihe von Dingen, unter anderem, was zum Henker Fischbällchen sind. Nicht das, was Ihr meint“, versicherte er ihr. „Hierzulande macht man sie mit Zwiebeln.“

„Oh, daher kommt also der Geruch.“ Sie gähnte unwillkürlich, und schüttelte den Kopf, um die letzten Spuren des Schlafs zu vertreiben. „Was noch?“

„Also, wir saßen da in dieser Spelunke unten bei den Docks, und Rafe erzählte gerade einer Dame, wie er seinen Finger verloren hat. Dem Kerl, mit dem sie dort war, hat das nicht gepasst, aber Rafe war so schlau, ihn zu fragen wie er – der Kerl, meine ich – an die Narbe in seinem Gesicht gekommen war, und bewunderte die Arbeit des Wundarztes. Und ich hab uns noch eine Flasche gekauft, und nach einer Weile war dann alles ganz zivil.“

„Ja“, sagte sie pflichtschuldig. Rafe erzählte immer geradeheraus, aber Mick hatte seine Freude an den Einzelheiten

„Nach ein bisschen Geplauder kamen wir dann wieder darauf, was seinem Gesicht zugestoßen war. Habt Ihr zufällig davon gehört, was sich an einem Ort namens Guilford zugetragen hat?“, fragte er.

„Nein.“

„Ah. Also, ich weiß zwar nicht, wo das ist, aber es gab da diese Auseinandersetzung …“

„Ja, ich erinnere mich, Ihr habt mir davon erzählt“, versicherte sie ihm.

„Und unser Freund ist dabei mit dem falschen Ende eines Bajonetts in Berührung gekommen, aber er hatte das Glück, dass man ihn an einen Ort mit einem Arzt brachte, ehe er verblutete.“

„Nun, das war wirklich Glück.“ Minnie gähnte noch einmal. „Ihr habt nicht zufällig den Rest dieser Flasche dabei, oder?“

„Äh, nein, die haben wir ausgetrunken. Nehmt Ihr auch Bier, Eure Durchlaucht?“ Er holte eine Flasche aus seiner geräumigen Tasche, zog den Korken mit den Zähnen heraus und reichte ihr das Bier.

Es roch besser als das hartnäckige Aroma der Fischbällchen, und sie probierte es vorsichtig, dann trank sie einen ordentlichen Schluck.

„Der Arzt hat ihm also den Kiefer genäht, akkurat wie ein Schneider, und das, wo ihm – nicht dem Arzt, dem Kerl mit der Verletzung – die Hälfte der Zähne aus der Wange ragte und dann nicht mehr, falls Ihr versteht.“

„Ja.“ Es war sogar ziemlich gutes Bier, und allmählich wünschte sie, sie hätte etwas, was sie damit hinunterspülen könnte. „Ihr habt nicht zufällig etwas Essbares in Eurer Tasche, oder?“

„Ah, Ihr verletzt mich, Eure Durchlaucht“, sagte er lachend. „Hier.“

Es war ein anständiges Stück Käse, eingewickelt in Micks Taschentuch. Es roch göttlich, und ihr Magen knurrte.

„Arzt“, rief sie ihm ins Gedächtnis, den Mund voll bröckelndem Käse.

„Natürlich. Der Mann hat uns von dem Kampf erzählt und dazwischen von dem Arzt, und ich habe etwas den Faden verloren, als ich zum Pinkeln hinaus gegangen bin, aber als ich zurückkam, machte er sich gerade über die fromme Ausdrucksweise des Arztes lustig.“

Minnie blieb der Käse im Hals stecken, und sie hustete, bis Mick aufstand und ihr helfend auf den Rücken hämmerte.

„Fromme Ausdrucksweise“, sagte sie heiser. „Ein Quäkerarzt.“

„Genau so war es.“ Er setzte sich neben sie, hielt ihr die Flasche zum Trinken hin und fügte sanft hinzu: „Ein Quäkerarzt namens Hunter, Eure Durchlaucht.“

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