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(kein Titel)

Liebe Leserinnen und Leser,

die Lord-John-Romane und -Kurzgeschichten bezeichne ich nur mit sehr gemischten Gefühlen als separate „Reihe“. Sie sind untrennbar mit der eigentlichen Geschichte der Outlander Romane verbunden. Zugleich sind sie aber anders strukturiert und haben andere Schwerpunkte als die „Jamie & Claire“-Bücher, sodass jedes einzelne für sich und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden kann.
Lord John Grey ist die Hauptfigur dieser Erzählungen (wenn auch nicht immer die einzige), und die Romane haben aus diversen Gründen in etwa das Format historischer Krimis. Er selbst ist kein Zeitreisender, und er glaubt auch nicht an solche abstrusen Ideen (zumindest nicht von Anfang an); also fehlt seinen Geschichten die Science-Fiction-Komponente der Outlander-Romane. Allerdings enthalten sie hier und da einen bestürzenden Hauch des Übernatürlichen; Lord John zählt zu jenen äußerst rationalen Menschen, die mit ihrem Bedürfnis nach Logik und Ordnung ein Magnet für Dinge sind, die ebendiese Logik und Ordnung in Aufruhr versetzen.
Dennoch, er ist ein Mann seiner Zeit, und diese Zeit ist die zweite
Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Eine Zeit, in der es intellektuell gärt, eine Zeit der geographischen Entdeckungen und des wilden gesellschaftlichen Aufruhrs. Wer sollte besser mit solchen Umständen zurechtkommen als der gebildete jüngere Sohn eines Adelshauses, der den für den Zweitgeborenen typischen Beruf des Soldaten ergriffen hat?
Zum ersten Mal taucht Lord John – kurz, aber einprägsam – in „Die
geliehene Zeit“ auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt sechzehn, ein sehr
junger Soldat auf seinem ersten Feldzug mit dem Regiment seines älteren Bruders, auf der Suche nach schottischen Highland Rebellen. Mit Jamie Fraser findet er einen solchen Rebellen, doch die Begegnung verläuft demütigend für den jungen Ehrenmann.
Als wir ihm etwa zehn Jahre später in „Ferne Ufer“ das nächste Mal
begegnen, hegt er ebenso heftige wie feindselige Gefühle gegenüber Jamie Fraser. Die Situation wird dadurch weiter verkompliziert, dass Lord John jetzt Gefängnisverwalter von Ardsmuir ist, einem Steinhaufen in der Einöde, der als Kerker für jakobitische Gefangene dient – und dass Jamie Fraser einer dieser Gefangenen ist.
Je besser er Fraser kennen und respektieren lernt, desto beunruhigender wird John bewusst, dass noch etwas anderes in ihm aufkeimt. John ist homosexuell, etwas, worauf in England damals die Todesstrafe stand. Als Jamie das begreift, zerbricht die Beziehung der beiden Männer unwiderruflich – so scheint es zumindest.
1756 wird das Gefängnis geschlossen, und John kehrt nach London zurück. Das ist der Zeitpunkt, an dem seine eigenen Geschichten beginnen.
In Die Fackeln der Freiheit finden sich Lord John und Jamie (1760, also noch immer im Zeitrahmen von Ferne Ufer) als widerwillige Weggefährten auf der Reise nach Irland wieder, um einen Fall aufzuklären, der als politische Verstrickung beginnt und sie in immer tiefere Abgründe führt. Ihre persönliche Abneigung beginnt, einer zögerlichen Freundschaft zu weichen.
Diese Bücher und Erzählungen sind zwar Teil der Welt von Outlander, konzentrieren sich aber zum Großteil auf Zeitspannen in Lord Johns Leben, in denen er nicht in den großen Romanen auftritt. Die Fackeln der Freiheit behandelt außerdem einen Teil von Jamie Frasers Leben, der in den großen Romanen fehlt.
Als verfrühtes Weihnachtsgeschenk verlosen wir heute nicht nur die neue Knaur-Ausgabe von „Die Fackeln der Freiheit“, sondern auch die beiden anderen Lord-John-Romane. Ich wünsche viel Freude mit dem Dreierpack.

Nollaig Chridheil
– Diana

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