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Colin McFarlane ist Ulysses

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„Ulysses“, platzte sie heraus. „Wärst du gern frei?“

Im selben Moment, als die Worte heraus waren, biss sie sich auf die Zunge und spürte, wie ihre Wangen schamrot wurden.

„Es tut mir leid“, sagte sie sofort und sah auf ihre in ihrem Schoß verknoteten Hände hinab. „Das war eine furchtbar unhöfliche Frage. Bitte entschuldige.“

Der hochgewachsene Butler sagte nichts, sondern betrachtete sie einen Augenblick nachdenklich. Dann berührte er sacht seine Perücke, als wollte er sie geraderücken, und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Er hob die auf dem Tisch verstreuten Skizzen auf und stieß sie ordentlich zu einem Haufen zusammen.

„Ich wurde frei geboren“, sagte er schließlich so leise, dass sie sich nicht sicher war, ob sie ihn gehört hatte. Sein Kopf war gesenkt, sein Blick auf seine langen schwarzen Finger gerichet, die die elfenbeinernen Jetons vom Spieltisch aufhoben und jeden ordentlich in seiner Schachtel verstauten.

„Mein Vater hatte einen kleinen Hof, nicht sehr weit von hier. Aber er ist an einem Schlangenbiss gestorben, als ich ungefähr sechs war. Meine Mutter konnte uns nicht ernähren – sie war nicht stark genug für eine Bäuerin –, also hat sie sich verkauft und das Geld bei einem Zimmermann für meine Lehre hinterlegt, damit ich etwas Nützliches lernen konnte.“

Er schob die Elfenbeinkiste an ihren Platz im Spieltisch und wischte einen Kuchenkrümel fort, der auf das Cribbagebrett gefallen war.

„Aber dann ist sie gestorben“, fuhr er unbewegt fort. „Und anstatt mich in die Lehre zu nehmen, behauptete der Zimmermann, ich sei das Kind einer Sklavin und damit dem Gesetz nach selbst ein Sklave. Und so hat er mich verkauft.“

„Aber das ist Unrecht!“

Er sah sie mit geduldiger Belustigung an, sagte aber nichts. Und was hat das jemals mit Recht zu tun gehabt?, sagten seine dunklen Augen.

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