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Jerry MacKenzies Spitfire ...

Hatte einen SUPER Tag am Set; morgens haben mir Ron und Maril alles gezeigt, nachmittags Interviews mit Ron, Cocktails mit internationalen Kaufinteressenten, dann indisches Essen mit Doug. Würde ja mehr schreiben, aber morgen werde ich um fünf vor sieben abgeholt – mein Schauspieldebüt (hust).

Unterdessen, mit Dank an das Kelvingrove Museum: Jerry MacKenzies Spitefire ...

„Allein? Wo denn?“, fragte Jerry argwöhnisch. Spitfires flogen normalerweise zu viert oder in größeren Verbänden bis hin zu kompletten Schwadronen, sechzehn Maschinen. Im Formationsflug konnten sie sich gegenseitig ein gewisses Maß an Feuerschutz gegen die schwereren Henckels und Messerschmitts geben. Aber sie flogen nur selten freiwillig allein.
„Das erzähle ich Ihnen später. Erst einmal – glauben Sie, Sie sind einsatzfähig?“
Diese Frage ließ Jerry beleidigt zurückfahren. Was glaubte dieser Mensch aus dem Wolkenkuckucksheim denn, wer er – dann fiel sein Blick auf sein Spiegelbild in der Fensterscheibe. Rote Augen wie ein wild gewordener Eber, das feuchte Haar stand ihm in alle Himmelsrichtungen ab, eine frische Prellung breitete sich auf seiner Stirn aus, und die Bomberjacke klebte stellenweise an ihm fest, weil er sich nicht die Mühe gemacht hatte, sich vernünftig abzutrocknen.
„Überaus einsatzfähig“, kläffte er. „Sir.“
Randall hob die Hand einen halben Zentimeter, um sich jedes „Sir“ zu verbitten.
„Ich habe Ihr Knie gemeint“, sagte er geduldig.
„Oh“, sagte Jerry überrascht. „Ach das. Aye, alles in Ordnung.“
Ein Jahr zuvor hatte er zwei Kugeln ins Knie bekommen, als er einer 109 nachgesetzt war und eine weitere übersehen hatte, die hinter ihm aus dem Nichts aufgetaucht war und ihm den Arsch gepfeffert hatte. Obwohl er brannte, hatte er Todesangst davor gehabt, sein Glasdach abzusprengen und sich in einen Himmel voller Rauch, Geschosse und unvorhersehbarer Explosionen zu begeben und war daher mit seinem brennenden Flugzeug zu Boden geflogen. Schreiend waren sie beide vom Himmel gefallen, und die Metallhülle von Dolly I war so heiß gewesen, dass sie ihm den linken Unterarm durch die Jacke versengt hatte, während sein rechter Fuß bei Durchtreten des Pedals in dem Blut watete, das ihm den Stiefel füllte. Doch er hatte es geschafft und danach zwei Monate lang auf der Krankenliste gestanden. Er humpelte zwar immer noch merklich, doch er trauerte nicht um seine zerschmetterte Kniescheibe; er hatte seinen zweiten Krankenmonat zu Hause verbracht – und neun Monate später war der kleine Roger zur Welt gekommen.
Er lächelte breit bei dem Gedanken an seinen Jungen, und Randall erwiderte das Lächeln unwillkürlich.
„Gut“, sagte er. „Dann sind Sie also bereit für eine lange Flugmission?“
Jerry zuckte mit den Achseln. „Wie lange kann sie denn in einer Spitfire schon sein? Es sei denn, Sie hätten eine Methode erfunden, sie in der Luft nachzutanken.“ Er hatte es als Scherz gemeint, und seine Bestürzung nahm noch zu, als er sah, wie Randall kaum merklich die Lippen spitzte, als überlegte er, ob er ihm erzählen sollte, dass es in der Tat so war.
„Es ist doch eine Spitfire, die ich fliegen soll?“, fragte er plötzlich unsicher. Himmel, was wenn es einer dieser Testvögel war, von denen sie hin und wieder hörten? Eine Mischung aus Angst und Aufregung ließ seine Haut kribbeln. Doch Randall nickte.
„Oh ja, natürlich. Es gibt ja sonst nichts hinreichend Manövrierfähiges, und es kann sein, dass Sie ordentlich Haken schlagen müssen. Was wir getan haben, ist, bei einer Spitfire ein Paar der Flügelgewehre zu entfernen und sie durch zwei Kameras zu ersetzen.“
„Ein Paar?“
Wieder diese kaum merkliche Lippenbewegung, bevor Randall antwortete.
„Es könnte ja sein, dass Sie das zweite Gewehrpaar brauchen.“


© Diana Gabaldon, aus: „Wie ein Blatt im Wind“, erschienen in „Zeit der Stürme“